Innovationspreis

Seit seiner Einführung im Jahr 2008 prämiert der Innovationspreis des Privatbahn Magazins alle zwei Jahre im Nachgang der Branchenmesse Innotrans richtungsweisende bahntechnische Innovationen in den vier Kategorien Schienenfahrzeuge, Komponenten und Ausrüstung, Fahrweg und Infrastruktur sowie Energie und Umwelt. Die Wahl der Gewinner erfolgt durch eine Jury von namhaften Vertretern aus Wissenschaft, Bahnindustrie und Eisenbahnverkehrsunternehmen.

Nominierungen für die Preisverleihung 2018/2019:

Alstom Prima H4 Lokomotive

Die Lokomotive Prima H4 ist als umweltfreundliche Lokomotive, die Betreibern optimale Lösungen für Rangierbetrieb, Güterverkehr und Gleisarbeiten bietet, für den Innovationspreis 2018 des Privatbahn Magazins nominiert. Entwickelt auf einer modularen Plattform, bringt sie mehrere Optionen zur Energieversorgung mit, um sich allen Betriebsanforderungen anzupassen: Dualmodus (Oberleitung und Dieselmotor), um zwischen elektrifizierten und nicht elektrifizierten Strecken wechseln zu können; Dualmodus Batterie (Oberleitung und Batterie) zur Integration der zusätzlichen Vorteile von Batteriestrom und Hybridmodus (Batterie und Dieselmotor) zur Reduzierung des Dieselverbrauchs oder zum Betrieb in geschlossenen Bereichen.

Diese Lokomotive besticht durch einen erheblich reduzierten Lärm- und CO2-Ausstoß. Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB Infrastruktur) erwarten, ihre CO2-Emissionen durch den Einsatz der Dualmodus-Version (Oberleitung und Dieselmotor) um bis zu 6.000 Tonnen pro Jahr zu senken, sobald sie ihre alten Fahrzeuge durch die 47 neuen Prima H4 ersetzt hat.

Im Dieselbetrieb bietet die Prima H4 für SBB Infra einen um 15 % niedrigeren Kraftstoffverbrauch als eine herkömmliche Rangierlok.

Die Prima H4 verfügt über eine Zugkraft ab 300 kN. Sie kann eine Geschwindigkeit von bis zu 120 km/h erreichen. Die Bauweise der Lokomotive ermöglicht niedrige Wartungskosten und hohe Betriebsleistungen.

Produkthomepage bei Alstom

Innnovationspreis 2018: Alstom PRIMA H4 Lokomotive; Copyright: Alstom S.A.

Neue S-Bahn für Berlin: Siemens/Stadler BR 484

Die Siemens/Stadler BR 484 ist ein elektrischer Triebzug für den Stromschienenbetrieb bei der S-Bahn Berlin . Es handelt sich um  einen Halbzug mit durchgängiger 4-Wagen-Einheit. Aus folgenden Gründen ist er für den Innovationspreis 2018 des Privatbahn Magazins nominiert:

Der Zug verfügt über eine hoch redundante Antriebsanlage, denn in jedem Wagen befindet sich eine eigenständige Antriebsgruppe. Beim Bau der S-Bahn wurde außerdem auf eine deutlich gesenkte Geräuschentwicklung geachtet und jeder Halbzug enthält zwei Führerstände, wodurch sich die Züge sehr flexibel einsetzen lassen.

Die Eingangsbereiche sind großzügig gestaltet und verfügen über verglaste Windfangwände. Die Züge sind mit vergrößerten Mehrzweckbereichen mit Stellflächen für Kinderwagen und Fahrräder ausgestattet. Ein spezieller Rollstuhlbereich in unmittelbarer Nähe zum Fahrer sorgt für Barrierefreiheit. Die breiten Gänge sind durchgängig befahrbar für Rollstühle, Kinderwagen etc. Für heiße Sommertage ist der Fahrgastbereich klimatisiert. Ein modernes Fahrgastinformationssystem bietet den Fahrgästen optimale Orientierung und ein reibungsloses Fahrerlebnis.

Innnovationspreis 2018: Halbzug der BR 484

Stadler Lok Euro Dual

Die EURODUAL von Stadler wurde für maximale Energieeffizienz, Leistung und Zuverlässigkeit gebaut. Damit bietet sie für Bahnbetreiber maximale Wirtschaftlichkeit. Die leistungsstarke Lokomotive ist dafür ausgelegt, die  europäischen Korridore mit hoher Geschwindigkeit zu passieren. Die EURODUAL verfügt über eine beachtliche Zugkraft von bis zu 500 kN. Damit bietet sie die grösste Schleppkapazität auf dem europäischen Markt. Gleichzeitig sind 97.71 Prozent der Bestandteile dieser Lok recyclingfähig, was  die Umweltbelastung des Fahrzeugs minimiert. Ebenfalls verhältnismäßig gering sind der Lärm- und Abgasausstoß. Gute Gründe für den Bahn-Media Verlag, die Lok für den Innovationspreis 2018 des Privatbahn-Magazins zu nominieren!

Nominiert für den Innovationspreis des Privatbahn Magazins 2018/2019: Die EURODUAL Lok von Stadler.

City Jet Eco von ÖBB und Siemens

ÖBB und Siemens entwickeln in diesem Pilotprojekt für nachhaltiges Bahnfahren gemeinsam einen umweltfreundlichen Zug mit elektro-hybridem Batterieantrieb. Am 10. September 2018 wurde der Prototyp des City Jet Eco in Wien vorgestellt. Er soll im Betrieb bis zu 50% weniger CO2 ausstoßen. Als Akkutriebzug kann er auch auf nicht-elektrifizierten Bahnstrecken eingesetzt werden. Der City Jet Eco ist damit eine klimaschonende Alternative für Strecken abseits der Hauptverkehrsrouten, die heute größtenteils mit dieselbetriebenen Personenzügen befahren werden. Dieses Leuchtturmprojekt hat das Potential, die noch vorhandenen Treibhausgasemissionen – nicht nur im österreichischen – Bahnverkehr weiter massiv zu reduzieren. Damit ist der City Jet Eco ein klarer Kandidat für den Innovationspreises 2018/2019 des Privatbahn-Magazins!

Vorstellung des OeBB Cityjet eco am 10.9.2018 in Wien. Bildquelle: OeBB-Scheiblecker

Plattformwagen TransANT von ÖBB/Rail Cargo Group und voestalpine

Der innovative Plattformwagen in Leichtbauweise TransANT wurde von der Rail Cargo Group (RCG), der Güterverkehrssparte der ÖBB, und voestalpine am 13. September 2018 am voestalpine-Standort in Linz erstmals vorgestellt. Eine Woche später brillierte er auf der diesjährigen Innotrans und zog die Aufmerksamkeit der Jury für den Innovationspreis 2018 des Privatbahnmagazins auf sich: Dieser modular einsetzbare Wagen mit unterschiedlichen Aufbauten in Leichtbauweise ist zukunftsweisend. Die voestalpine gilt bereits im Automobilbereich als Vorreiter in Sachen höchstfester Leichtbaukomponenten. Mit dem Projekt TransANT übersetzt der Konzern seine diesbezügliche Kompetenz in den Bahnbereich. Neue Wege wurden nicht nur bei der Materialwahl sondern auch beim Design beschritten. Erstmalig wurde im Güterwaggonbau die sogenannte Topologieoptimierung eingesetzt. Die bisher im Automobil- und Luftfahrzeugbau angewandte Technologie errechnet mittels Software-Algorithmus anhand vorher festgelegter Parameter selbstständig einen Designvorschlag. Das Ergebnis ist eine Konstruktion, die minimales Gewicht mit maximaler Festigkeit vereint. Nach Herstellerangaben ermöglicht der Gewichtsvorteil (rund 20 Prozent) mehr Zuladung durch höhere Nutzlast, geringere Traktionskosten durch Einsparungen bei Energie und Trassenentgelten sowie Einsparungen bei den Herstellungskosten.

ÖBB/Rail Cargo Group und voestalpine: Plattformwagen TransANT